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31.07.2009

Gewerbeflächenmanagement
im Landkreis Schweinfurt

Landkreis Schweinfurt.
Es ist eines der ersten Projekte im Schweinfurter Land, das über das europäische Förderprogramm Leader in ELER (2007 bis 2013) gefördert wird: „Gewerbeflächenmanagement für eine nachhaltige und umweltverträgliche Gewerbeflächenentwicklung im Schweinfurter Land“.
 
Dieses Projekt wurde von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Schweinfurt initiiert. Es besteht aus einer Bestandsanalyse und einer Konzeption für eine aktive Vermarktung der vorhandenen Flächen. Im Hinblick auf die bewilligten Fördermittel wurde die Wirtschaftsförderung vom Regionalmanagement Schweinfurter Land unterstützt. Die Gesamtkosten werden voraussichtlich 67.000 Euro betragen; der Landkreis rechnet dabei mit einer Zuwendung von 28.000 Euro.
 
„Die erste Phase des Projektes ist mittlerweile abgeschlossen“, freute sich Landrat Harald Leitherer über die vom Planungsbüro „ExperConsult“ erarbeiteten Ergebnisse. „Wir kennen nun unsere Entwicklungsschwerpunkte, wenngleich natürlich die anderen Standorte nicht vernachlässigt werden sollen“, sagte der Landrat in einer Informationsveranstaltung mit allen 30 Gemeinden der Leader-Aktionsgruppe Schweinfurter Land e. V..
 
Für die Erfassung haben die Planer aus Dortmund vorhandene Studien und Gutachten gesichtet und auf dieser Basis alle verfügbaren Gewerbe- und Industriestandorte im Schweinfurter Land anhand bestimmter Kriterien wie Flächengröße, Verkehrsanbindung oder planungsrechtliche Situation untersucht. So konnten die Standorte bewertet, klassifiziert und Zielgruppen für die nachgelagerte Vermarktung zugeordnet werden.
 
Insgesamt verfügt das Schweinfurter Land über 223 Hektar Gewerbeflächen, wovon 82 Hektar sofort verfügbar sind. Der prognostizierte Bedarf an solchen Flächen liegt bis zum Jahr 2025 allerdings bei einem Zehntel des Angebotes, nämlich bei nur gut 21 Hektar.
 
Die identifizierten Gewerbeflächen sind in unterschiedlicher Weise für eine Vermarktung geeignet. Sie wurden daher vom Planungsbüro in vier Kategorien (A bis D) eingeteilt. Sehr gute bis gute Vermarktungschancen haben Flächen der Kategorien A und B („aktive branchenorientierte Vermarktung“ bzw. „aktive Vermarktung mit Einschränkungen“). Der Kategorie A entsprechen fünf Standorte mit insgesamt 82,8 Hektar Fläche (Gemeinden Donnersdorf, Grettstadt, Gochsheim, Bergrheinfeld sowie Markt Werneck). Kategorie B umfasst 93,6 Hektar Fläche, insbesondere im Mittelzentrum Gerolzhofen und in den Gemeinden Sulzheim, Röthlein, Euerbach, Geldersheim, Waigolshausen, Poppenhausen und Schonungen.
 
Für die künftige Gewerbeflächenentwicklung müssen zudem auch Konkurrenzstandorte wie bspw. auf dem Gebiet der Stadt Schweinfurt (67 Hektar verfügbare Gewerbeflächen) und in den benachbarten Regionen berücksichtigt werden, wo an vier „Top-Standorten“ (u. a. Landkreis Bad Kissingen) weitere 245 Hektar Gewerbeflächen vorgehalten werden.
 
Mehrere Gemeindevertreter fragten, ob weitere Gewerbeflächenausweisungen überhaupt noch sinnvoll seien. Aufgrund des geringen Bedarfes – bei gleichzeitig großem Angebot – sollte der Fokus zunächst auf der Vermarktung der vorhandenen Flächen der Kategorien A und B liegen. „Es werden alle Flächen einbezogen und professionell vermarktet“, informierte Planer Dietrich Kobosch. Nächster Schritt wird nun die Erarbeitung eines Vermarktungskonzeptes für eine nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung im Schweinfurter Land sein. „Nur mit einem aktiven Flächenmanagement wird ein optimistisches Szenario für eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen sein“, sagte Landrat Leitherer.
 
„Um nicht als zweiter Sieger aus dem Wettbewerb zu gehen, müssen wir Geld für die Vermarktung in die Hand nehmen“, machte Landrat Leitherer den Gemeindevertretern deutlich, und warb um deren Verständnis für die Idee, die Wirtschaftsförderung des Landkreises Schweinfurt künftig zu stärken.
 
Weitere Informationen bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises Schweinfurt, Walter Roth, Tel. (09721) 55-636, walter.roth@lrasw.de, und beim Regionalmanagement Schweinfurter Land, Holger Becker und Ulfert Frey, Tel. (09721) 55-380 und -55381, holger.becker@lrasw.de und ulfert.frey@lrasw.de.


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